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Kritikgespräche im Vertrieb führen: So sprechen Sie mangelnde Zahlen an, ohne zu demotivieren

ritikgespräche im Vertrieb führen: So geht's richtig | Trepos

Die Zahlen sind rot. Der Monat ist fast vorbei.


Als Verkaufsleiter weisst du: Du musst mit deinem Mitarbeiter sprechen. Aber du zögerst.

Warum?


Weil Kritikgespräche im Vertrieb oft in einer von zwei Katastrophen enden: Entweder du bist zu weich, der Mitarbeiter nimmt dich nicht ernst und die Zahlen bleiben schlecht. Oder du bist zu hart, der Mitarbeiter macht komplett dicht und verliert die letzte Motivation.

Beides kostet dich am Ende Umsatz.


Die Wahrheit ist: Die meisten Führungskräfte haben nie gelernt, wie man schlechte Leistung professionell anspricht. In diesem Artikel erfährst du, wie du Kritikgespräche so führst, dass sie nicht demotivieren, sondern echte Verhaltensänderungen auslösen.


Der grösste Fehler: Die "Sandwich-Methode"


Du weisst schon: Zuerst ein Lob ("Du bist immer so pünktlich"), dann die harte Kritik ("Deine Abschlussquote ist eine Katastrophe"), und zum Schluss noch etwas Nettes ("Aber dein CRM pflegst du super").


Verkäufer haben feine Antennen. Sie spüren sofort, dass das Lob am Anfang nur vorgeschoben ist, um die bittere Pille danach zu versüssen.


Das Resultat?

Sie nehmen weder das Lob noch die Kritik ernst. Die Methode wirkt manipulativ und unecht.


"Wer Kritik in Watte packt, nimmt ihr die Wirkung. Wer Kritik als Angriff formuliert, erzeugt nur Abwehr. Die Kunst liegt in der radikalen Sachlichkeit." – Beat Jenny

Wie du ein Kritikgespräch richtig aufbaust

Ein wirksames Kritik- und Mitarbeitergespräch braucht keine psychologischen Tricks. Es braucht Klarheit, Struktur und eine Haltung auf Augenhöhe.

Hier sind die vier Phasen, die jedes Kritikgespräch im Vertrieb erfolgreich machen:


1. Der Einstieg: Direkt zum Punkt kommen

Lass den Smalltalk über das Wochenende weg. Wenn du ein Kritikgespräch führst, weiss der Mitarbeiter ohnehin, dass etwas in der Luft liegt.


Komm sofort zur Sache, aber bleib sachlich:

"Thomas, ich habe dich heute gebeten dazuzubleiben, weil wir über deine Zahlen aus dem letzten Quartal sprechen müssen. Deine Zielerreichung liegt bei 60 Prozent. Das entspricht nicht unseren Erwartungen."


Kein Vorwurf. Keine Emotion. Nur Fakten.


2. Die Analyse: Fragen statt behaupten

Jetzt kommt der wichtigste Teil. Anstatt dem Mitarbeiter zu erklären, warum er versagt hat, fragst du ihn nach seiner Sicht der Dinge.


Nutze aktives Zuhören und stelle offene Fragen:

  • "Wie erklärst du dir diese Entwicklung?"

  • "Wo siehst du aktuell die grössten Hürden in deinen Verkaufsgesprächen?"

Oft wissen die Mitarbeiter sehr genau, woran es hakt. Wenn sie das Problem selbst aussprechen, ist die Akzeptanz für eine Lösung viel höher, als wenn du es ihnen diktierst.


3. Die Trennung von Person und Verhalten

Das ist der Schlüssel, um Demotivation zu verhindern.


Kritisiere niemals den Mitarbeiter als Person ("Du bist nicht abschlussstark genug"). Kritisiere immer nur das beobachtbare Verhalten ("Mir fällt auf, dass du in der Preisverhandlung oft zu schnell Rabatte anbietest").


Wenn du das Verhalten kritisierst, zeigst du dem Mitarbeiter, dass er es ändern kann. Wenn du seine Persönlichkeit kritisierst, drängst du ihn in die Ecke.


4. Die Lösung: Verbindlichkeit schaffen

Ein Kritikgespräch ohne konkrete Massnahmen ist reine Zeitverschwendung.

Am Ende des Gesprächs müsst ihr euch auf einen klaren Plan einigen. Was wird der Mitarbeiter ab morgen anders machen? Und wie wirst du ihn als Führungskraft dabei unterstützen?


"Wir haben vereinbart, dass du in den nächsten zwei Wochen bei jedem Angebot den Wert vor dem Preis nennst. Ich werde dich bei drei Terminen begleiten, um dir Feedback zu geben. Sind wir uns da einig?"


Fazit

Kritikgespräche sind unangenehm. Aber sie aufzuschieben, macht es nur schlimmer.

Wer mangelnde Zahlen ignoriert, signalisiert dem ganzen Team, dass Leistung keine Rolle spielt.


Wer sie professionell und sachlich anspricht, zeigt Respekt, sowohl vor dem Unternehmen als auch vor dem Mitarbeiter, dem man die Chance zur Verbesserung gibt.


Hör auf, um den heissen Brei herumzureden. Sei klar in der Sache, aber wertschätzend zum Menschen. Das ist der Kern wirksamer Führung.


Bleib neugierig.

Beat



Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Kritikgesprächen im Vertrieb


Wie bereite ich mich auf ein Kritikgespräch vor?

Sammle im Vorfeld konkrete Fakten und Zahlen. Vermeide Aussagen wie "Du machst in letzter Zeit zu wenig Termine". Sag stattdessen: "In den letzten vier Wochen hast du durchschnittlich 5 Termine pro Woche gemacht, vereinbart waren 12." Fakten sind nicht verhandelbar, Gefühle schon.


Was mache ich, wenn der Mitarbeiter im Gespräch sofort in die Verteidigung geht?

Bleib ruhig und lass dich nicht auf eine emotionale Diskussion ein. Spiegele sein Verhalten: "Ich merke, dass dich das Thema sehr aufwühlt. Lass uns bei den Fakten bleiben." Wenn er die Schuld auf externe Faktoren schiebt (Markt, Preise, Konkurrenz), frage ihn: "Was liegt in deinem Einflussbereich, um die Situation trotzdem zu verbessern?"


Sollte ich Kritikgespräche spontan oder geplant führen?

Kritik an konkretem Verhalten (z.B. ein Fehler im Kundengespräch) solltest du sofort und unter vier Augen ansprechen. Grundlegende Kritik an der Leistung (mangelnde Zahlen über einen längeren Zeitraum) erfordert ein offizielles, geplantes Gespräch mit Vorlaufzeit, damit sich beide Seiten vorbereiten können.


Wie oft sollte ich die vereinbarten Massnahmen kontrollieren?

Das hängt von der Schwere des Problems ab. Bei akuten Leistungseinbrüchen ist ein wöchentlicher Check-in (15 Minuten) sinnvoll. Wichtig ist, dass du die Kontrolle nicht als Überwachung framest, sondern als Unterstützung: "Lass uns kurz schauen, wie die Umsetzung der neuen Strategie diese Woche geklappt hat."

 
 
 

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