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Neukundenakquise: Was funktioniert noch - und was nicht mehr

Neukundenakquise in der Schweiz hat sich verändert. Kaltakquise allein reicht nicht mehr. Erfahre, welche Strategie wirklich funktionieren.

Die Neukundenakquise ist für viele Verkäufer das unbeliebteste Thema überhaupt. Der Gedanke an Kaltakquise am Telefon löst oft Schweissausbrüche aus.


Und die Realität gibt den Zweiflern recht:


Die klassischen Methoden der Akquise funktionieren immer schlechter. Die Erreichbarkeit sinkt, die Ablehnungsquote steigt, und die Frustration im Vertrieb wächst.


Doch das bedeutet nicht, dass Neukundenakquise tot ist. Sie hat sich nur massiv verändert. Wer in der Schweiz erfolgreich neue Kunden gewinnen will, muss umdenken. In diesem Artikel zeigen wir dir, welche alten Zöpfe du abschneiden solltest und welche Strategien heute wirklich messbare Ergebnisse bringen. Kein Bullshit, sondern harte Praxis.


Was nicht mehr funktioniert in der Neukundenakquise

Bevor wir uns ansehen, was funktioniert, müssen wir ehrlich darüber sprechen, was du sofort aus deinem Repertoire streichen solltest.


1. Die unvorbereitete Kaltakquise

"Guten Tag, spreche ich mit dem Entscheider?" Wer heute noch so in ein Telefonat startet, hat schon verloren. Unvorbereitete Kaltakquise, bei der du einfach eine Liste abtelefonierst, ist reine Zeitverschwendung. Kunden erwarten heute, dass du weisst, wer sie sind, was ihr Unternehmen macht und warum du genau jetzt anrufst.


2. Standardisierte Massen-Mails

"Sehr geehrte Damen und Herren, wir sind der führende Anbieter von..." – Löschen. Solche E-Mails landen nicht nur im Papierkorb, sie schaden auch deiner Marke. Automatisierte Massen-Mails ohne jegliche Personalisierung werden von modernen Spam-Filtern aussortiert und von den Empfängern ignoriert.


3. Der sofortige Pitch auf LinkedIn

Du nimmst eine Kontaktanfrage auf LinkedIn an und drei Sekunden später hast du eine seitenlange Nachricht mit einem Verkaufsangebot im Postfach. Das ist das digitale Äquivalent dazu, jemandem auf einer Netzwerkveranstaltung ungefragt eine Visitenkarte ins Gesicht zu drücken. Es funktioniert nicht und verbrennt wertvolle Kontakte.


Was wirklich funktioniert: Die neue Akquise

Die erfolgreiche Neukundenakquise ist eine Kombination aus digitaler Sichtbarkeit, gezielter Vorbereitung und hochgradig personalisierter Ansprache. Hier sind die Strategien, die heute den Unterschied machen.


"Die Experten sitzen nicht vorne, sondern im Raum. Das gilt auch für die Akquise: Der Kunde ist der Experte für sein Problem. Deine Aufgabe ist es nicht, ihm eine Lösung aufzudrängen, sondern durch clevere Fragen herauszufinden, ob ihr überhaupt zusammenpasst." – Beat Jenny, Senior Trainer Trepos

1. Social Selling: Sichtbarkeit vor Ansprache

Bevor du jemanden kontaktierst, sollte er idealerweise schon einmal von dir gehört haben. Das ist die Grundidee von Social Selling. Nutze Plattformen wie LinkedIn nicht als Adressbuch, sondern als Bühne.


Teile dein Fachwissen, kommentiere Beiträge deiner Zielkunden und baue dir einen Expertenstatus auf. Wenn du dann zum Hörer greifst oder eine Nachricht schreibst, bist du kein Fremder mehr, sondern ein bekannter Experte. Das erhöht die Antwortquote dramatisch.


2. Trigger-basierte Akquise

Anstatt wahllos Unternehmen zu kontaktieren, suche nach konkreten Anlässen (Triggern). Das kann ein Führungswechsel sein, eine Expansion, eine neue Gesetzgebung oder ein aktueller Beitrag des Unternehmens auf Social Media.


Ein Anruf, der mit "Ich habe gesehen, dass Sie gerade in den xy Markt expandieren..." beginnt, ist keine Kaltakquise mehr. Es ist ein hochrelevanter Kontaktversuch, der dem Kunden sofort zeigt: Du hast deine Hausaufgaben gemacht.


3. Der Multi-Channel-Ansatz

Verlasse dich nicht auf einen einzigen Kanal. Die erfolgreichsten Verkäufer kombinieren verschiedene Touchpoints. Ein typischer Ablauf könnte so aussehen:

  1. Interaktion mit einem Beitrag des Zielkunden auf LinkedIn.

  2. Vernetzungsanfrage mit einer kurzen, personalisierten Nachricht.

  3. Eine Woche später: Eine E-Mail mit einem relevanten Artikel oder einer Studie.

  4. Zwei Tage später: Der telefonische Follow-up.


Dieser orchestrierte Ansatz wärmt den Kontakt auf und erhöht die Chance auf ein echtes Gespräch massiv.


4. Video-Nachrichten statt Text

Eine der effektivsten Methoden, um aus der Masse herauszustechen, sind kurze, personalisierte Video-Nachrichten. Tools wie Loom oder Vidyard machen es extrem einfach.


Ein 60-sekündiges Video, in dem du den Kunden persönlich ansprichst und kurz erklärst, warum du Kontakt aufnimmst, hat eine um ein Vielfaches höhere Antwortquote als eine klassische E-Mail. Es zeigt Mühe, ist authentisch und baut sofort eine persönliche Verbindung auf.


5. Fokus auf den nächsten Schritt, nicht auf den Verkauf

Der grösste Fehler in der Akquise ist es, im ersten Kontakt verkaufen zu wollen. Das Ziel der Akquise ist nicht der Abschluss. Das Ziel der Akquise ist ausschliesslich der nächste Schritt – meistens ein qualifizierter Termin.


Verkaufe im ersten Telefonat nicht dein Produkt, sondern verkaufe den Wert eines 15-minütigen Gesprächs. Was hat der Kunde davon, dir eine Viertelstunde seiner Zeit zu schenken?

Fazit: Qualität schlägt Quantität

Die Neukundenakquise 2025 erfordert mehr Hirnschmalz und weniger Muskelkraft. Es geht nicht mehr darum, 100 Anrufe am Tag zu machen. Es geht darum, 20 hochqualifizierte, top-vorbereitete Kontakte zu knüpfen. Das erfordert Disziplin, Recherche und die richtigen Werkzeuge.


Wenn du lernen möchtest, wie du diese modernen Akquise-Strategien in deinem Unternehmen implementierst, schau dir unser Akquise Verkaufstrainings an. Wir zeigen deinem Team, wie Akquise heute funktioniert, ohne Frust und mit messbaren Ergebnissen.



Häufig gestellte Fragen (FAQ)


1. Ist Kaltakquise am Telefon in der Schweiz überhaupt noch erlaubt?

Im B2B-Bereich (Business-to-Business) ist die telefonische Kaltakquise in der Schweiz grundsätzlich erlaubt, sofern ein mutmassliches Interesse des Angerufenen an der Dienstleistung oder dem Produkt besteht. Im B2C-Bereich (Privatkunden) gelten deutlich strengere Regeln, insbesondere der Sterneintrag im Telefonbuch muss zwingend respektiert werden.


2. Wie viel Zeit sollte ich für die Vorbereitung eines Akquise-Anrufs investieren?

Als Faustregel gelten 3 bis 5 Minuten pro Kontakt. Das reicht, um die Website zu überfliegen, das LinkedIn-Profil des Ansprechpartners zu checken und einen konkreten Aufhänger (Trigger) für das Gespräch zu finden. Mehr Zeit solltest du nicht investieren, da sonst die Effizienz leidet.


3. Was ist die beste Uhrzeit für Akquise-Anrufe?

Das hängt stark von der Zielgruppe ab. Bei Geschäftsführern und C-Level-Entscheidern funktionieren oft die Randzeiten sehr gut: Vor 8:00 Uhr morgens oder nach 17:30 Uhr, da dann die Assistenzen oft nicht mehr am Platz sind. Für das mittlere Management sind oft Dienstag- und Donnerstagvormittag gute Zeiten.


4. Wie gehe ich mit dem Vorzimmer (Gatekeeper) um?

Behandle die Assistenz niemals als Hindernis, sondern als Verbündeten. Sei ehrlich, transparent und professionell. Ein guter Ansatz ist: "Frau Müller, ich brauche Ihre Unterstützung. Ich bin mir nicht sicher, ob Herr Meier der richtige Ansprechpartner für das Thema X ist. Können Sie mir da weiterhelfen?"... oder die James Bond Methode, dazu aber mehr in unseren Trainings "Neukundenakquise".


5. Wie viele Kontaktversuche (Follow-ups) sind sinnvoll?

Die meisten Verkäufer geben nach dem zweiten Versuch auf. Statistiken zeigen jedoch, dass oft 5 bis 8 Touchpoints nötig sind, um einen Termin zu vereinbaren. Wichtig ist, dass du nicht einfach immer wieder das Gleiche fragst ("Haben Sie meine Mail gelesen?"), sondern bei jedem Kontaktversuch einen neuen Mehrwert lieferst.

 
 
 

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