Die ersten 100 Tage als Führungskraft: 7 Fehler, die dich sofort unglaubwürdig machen
- Beat Jenny
- vor 15 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Die ersten 100 Tage entscheiden mehr, als man denkt

Was viele unterschätzen:
Die ersten Wochen prägen, wie dich dein Team langfristig wahrnimmt.
Dort entstehen:
Vertrauen oder Skepsis
Klarheit oder Unsicherheit
Respekt oder Distanz
Und genau hier passieren die typischen Fehler.
Die 7 häufigsten Fehler neuer Führungskräfte
1. Zu nett starten
Viele wollen zuerst akzeptiert werden.
Sie vermeiden klare Ansagen, sagen selten nein und hoffen, dass sich alles „natürlich“ einspielt.
Das Resultat: Das Team übernimmt die Führung, nicht du.
2. Konflikte aufschieben
„Ich beobachte das zuerst mal…“
Konflikte werden nicht angesprochen, sondern ausgesessen.
Das Problem: Was am Anfang klein ist, wird schnell zum strukturellen Thema.
3. Vom Kollegen zum Chef – aber ohne klare Trennung
Gestern noch Teil des Teams, heute verantwortlich.
Viele versuchen, beides gleichzeitig zu bleiben: Kollege und Führungskraft.
Das funktioniert selten.
4. Alles selber machen
Neue Führungskräfte wollen beweisen, dass sie die Beförderung verdient haben.
Also:
greifen sie überall ein
übernehmen Aufgaben selbst
kontrollieren zu viel
Das Team wird dadurch nicht stärker, sondern passiver.
5. Keine klaren Erwartungen setzen
Viele gehen davon aus, dass das Team schon weiss, was erwartet wird.
Tut es aber nicht.
Ohne Klarheit entsteht:
Interpretationsspielraum
Unsicherheit
Frust auf beiden Seiten
6. Feedback vermeiden
Gerade am Anfang fehlt oft der Mut, Dinge direkt anzusprechen.
Gedanken wie:„Ich will die Beziehung nicht belasten“
führen dazu, dass Feedback zu spät kommt, oder gar nicht.
7. Keine eigene Führungsstruktur aufbauen
Meetings, Gespräche, Prioritäten, alles entsteht „irgendwie“.
Es fehlt:
ein klarer Rhythmus
eine Struktur
ein System
Und genau das merkt das Team sofort.
Der eigentliche Hebel liegt nicht im Können, sondern im Verhalten
Viele glauben:„Ich muss zuerst alles perfekt können, um gut zu führen.“
Die Realität ist eine andere.
Gute Führung zeigt sich nicht in Perfektion, sondern in Klarheit.
Zum Beispiel bei Fragen wie:
Wie klar kommuniziere ich meine Erwartungen?
Wie konsequent spreche ich Dinge an?
Wie bewusst führe ich Mitarbeitergespräche?
Das sind die Hebel, die den Unterschied machen.
Warum das so entscheidend ist
Wenn Klarheit fehlt, entsteht Unsicherheit.Wenn Unsicherheit entsteht, sinkt die Leistung. Und wenn die Leistung sinkt, beginnt die Führung zu reagieren statt zu führen.
Das ist kein theoretisches Modell.
Das ist Alltag in vielen Teams.
Ein einfacher Zusammenhang, der oft übersehen wird
Mehr Klarheit → mehr Orientierung, Mehr Orientierung → bessere Entscheidungen im Team, Bessere Entscheidungen → mehr Eigenverantwortung.
Das Problem ist nicht, dass dieser Zusammenhang unbekannt wäre.
Das Problem ist, dass es im Alltag zu wenig konsequent umgesetzt wird.
Was ein gutes Führungstraining anders macht
Ein wirksames Führungstraining setzt nicht erst bei Tools oder Modellen an.
Es beginnt viel früher.
Es hilft dabei:
Die eigene Rolle zu definieren
Gespräche bewusst zu führen
Sicherheit im Umgang mit schwierigen Situationen
Und vor allem: Es schafft Klarheit im eigenen Verhalten.
Führung beginnt nicht mit Erfahrung, sondern mit Bewusstsein
Natürlich entwickelt sich Führung mit der Zeit. Aber nur dann, wenn man weiss, worauf es ankommt. Die entscheidende Frage ist nicht: „Wie lange bist du schon Führungskraft?“
Sondern:„Wie bewusst führst du?“
Der Perspektivenwechsel für die Führungskraft
Viele versuchen, ihre Führung zu verbessern, indem sie:
mehr Wissen aufbauen
mehr Methoden lernen
mehr Input konsumieren
Der grössere Hebel liegt oft woanders: Im eigenen Verhalten im Alltag.
Denn genau dort entscheidet sich, ob Führung wirkt oder nicht.
Fazit
Die ersten 100 Tage als Führungskraft sind kein Schonraum.
Sie sind die Phase, in der sich entscheidet, wie du wahrgenommen wirst.
Nicht durch grosse Strategien.
Sondern durch kleine, tägliche Verhaltensweisen: Klare Kommunikation. Konsequentes Handeln. Echte Gespräche.
Wenn das stimmt, entsteht Führung nicht von selbst, aber deutlich stabiler.
Und genau dort beginnt wirksame Führung.
Bleib neugierig. Beat



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