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Leistungsunterschiede im Verkaufsteam: Wie Sie Low Performer entwickeln und Top-Verkäufer halten

Low-Performer im Verkauf entwickeln als Verkaufsleiter

Die 80/20-Regel schlägt nirgends so hart zu wie im Vertrieb.


20 Prozent deines Teams bringen 80 Prozent des Umsatzes. Der Rest schwimmt irgendwie mit, kämpft um seine Ziele oder verfehlt sie regelmässig.


Das ist die Realität in fast jedem Verkaufsteam.


Als Verkaufsleiter stehst du vor einem massiven Dilemma: Kümmerst du dich um die Schwachen, damit sie endlich ihre Zahlen bringen? Oder fokussierst du dich auf die Starken, weil dort der grösste Hebel für den Gesamtumsatz liegt?


Die meisten Führungskräfte entscheiden sich für das Falsche. Sie investieren 80 Prozent ihrer Zeit in die Low Performer und verlieren am Ende ihre besten Leute.


In diesem Artikel erfährst du, wie du Leistungsunterschiede im Team professionell managst, ohne dich aufzureiben.


Die Falle der "Gleichbehandlung"

Viele Verkaufsleiter glauben, sie müssten alle Mitarbeiter gleich behandeln.

Gleichbehandlung im Vertrieb bedeutet oft: Die Top-Performer werden in Ruhe gelassen ("Die machen das schon"), während die Low Performer mit Mikromanagement, ständigen Pipeline-Reviews und Druck überhäuft werden.


Das Resultat ist toxisch für beide Seiten.


Die Low Performer fühlen sich kontrolliert und verlieren die letzte innere Motivation. Die Top-Performer fühlen sich ignoriert. Sie bekommen keine Wertschätzung, keine Weiterentwicklung und kündigen irgendwann, weil sie das Gefühl haben, den ganzen Laden alleine zu tragen.


"Führung bedeutet nicht, alle gleich zu behandeln. Führung bedeutet, jedem das zu geben, was er braucht, um erfolgreich zu sein." – Beat Jenny

Wie du Top-Verkäufer wirklich hältst

Top-Verkäufer kündigen selten wegen des Geldes. Sie kündigen wegen fehlender Perspektive oder schlechter Führung.


Wenn du deine besten Leute halten willst, musst du aufhören, sie als Selbstläufer zu betrachten.


1. Führe sie auf Augenhöhe

Ein Top-Verkäufer braucht niemanden, der ihm erklärt, wie man einen Einwand behandelt. Er braucht einen Sparringspartner.


Nutze aktives Zuhören und stelle strategische Fragen: "Wie knacken wir diesen Key Account?" oder "Wo siehst du in unserem Prozess noch Reibungsverluste?". Beziehe sie in Entscheidungen ein. Gib ihnen das Gefühl, dass sie das Unternehmen mitgestalten.


2. Biete exklusive Entwicklung

Auch der beste Verkäufer will besser werden. Biete ihnen massgeschneiderte Weiterbildung an. Das kann ein spezialisiertes Verhandlungstraining für komplexe Deals sein oder ein Coaching für den Umgang mit C-Level-Entscheidern.


Wer aufhört zu wachsen, fängt an sich zu langweilen. Und gelangweilte Top-Verkäufer rufen Headhunter zurück.


Wie du Low Performer entwickelst (oder dich trennst)

Der Umgang mit Mitarbeitern, die ihre Ziele nicht erreichen, ist die Königsdisziplin der Führung. Der grösste Fehler: Hoffen, dass es nächsten Monat besser wird.

Wird es nicht. Ohne Intervention ändert sich nichts.


1. Ursachenforschung statt Druck

Wenn die Zahlen nicht stimmen, ist Druck die schlechteste Medizin. Du musst herausfinden, warum die Zahlen nicht stimmen.

  • Fehlt das Können? (Skill-Problem)

  • Fehlt das Wollen? (Motivations-Problem)

  • Oder stimmt der Prozess nicht? (Struktur-Problem)


Führe ein klares Kritik- und Mitarbeitergespräch. Sprich die fehlende Leistung sachlich an, ohne den Mitarbeiter als Person abzuwerten.


2. Der 90-Tage-Plan für Verkauflseiter

Wenn das Problem beim Können oder der Struktur liegt, erstelle einen verbindlichen 90-Tage-Plan. Definiere glasklare, messbare Aktivitäten (nicht nur Umsatzziele, sondern z.B. Anzahl qualifizierter Erstgespräche). Begleite den Mitarbeiter eng durch "Training on the Job".


3. Die klare Konsequenz

Wenn das Problem beim Wollen liegt, also die Einstellung nicht stimmt oder der 90-Tage-Plan trotz intensiver Unterstützung scheitert, musst du handeln.


Ein Low Performer, der dauerhaft mitgeschleift wird, zerstört die Moral des gesamten Teams. Die Top-Performer sehen, dass Minderleistung toleriert wird, und fragen sich, warum sie sich eigentlich anstrengen.


Sich von einem Mitarbeiter zu trennen, ist nie einfach. Aber es ist oft die fairste Lösung für das Team und das Unternehmen.


Fazit

Leistungsunterschiede im Verkaufsteam sind normal. Wie du damit umgehst, entscheidet über deinen Erfolg als Verkaufsleiter. Hör auf, deine Zeit giesskannenartig über das Team zu verteilen. Investiere in deine Top-Performer, um sie zu halten und weiterzuentwickeln. Und fordere von deinen Low Performern klare Verbindlichkeit ein, mit der Bereitschaft, Konsequenzen zu ziehen, wenn die Entwicklung ausbleibt.


Führung ist kein Beliebtheitswettbewerb. Es ist die Verantwortung für den Erfolg des gesamten Teams.


Bleib neugierig.

Beat



Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Leistungsunterschieden im Verkauf


Wie viel Zeit sollte ich in Low Performer im Verkauf investieren?

Investiere intensiv, aber zeitlich begrenzt. Ein 90-Tage-Entwicklungsplan mit wöchentlichen Check-ins ist sinnvoll. Wenn nach dieser Zeit keine signifikante Besserung eintritt, ist weitere Zeitinvestition meist verschwendet.


Wie motiviere ich Verkäufer, die "satt" sind?

Verkäufer, die gutes Geld verdienen und sich auf ihrem Bestandskunden-Polster ausruhen, motivierst du selten mit noch mehr Provision. Hier helfen oft neue Verantwortlichkeiten (z.B. Mentoring für Junioren), exklusive strategische Projekte oder die gezielte Ansprache ihres Egos durch interne Wettbewerbe.


Darf ich die Zahlen der Mitarbeiter im Team transparent machen?

Ja, Transparenz ist im Vertrieb essenziell. Ein offenes Dashboard mit den wichtigsten KPIs schafft gesunden Wettbewerb. Wichtig ist jedoch, dass die Kultur im Team stimmt: Die Zahlen dürfen nicht zur öffentlichen Demütigung genutzt werden, sondern als Basis für gegenseitige Unterstützung.


Woran erkenne ich, ob ein Low Performer ein Skill- oder ein Motivationsproblem hat?

Ein Skill-Problem erkennst du daran, dass der Mitarbeiter die geforderten Aktivitäten (z.B. Anrufe) erbringt, aber die Conversion-Rate schlecht ist. Er will, aber er kann (noch) nicht. Ein Motivationsproblem zeigt sich oft schon bei den Basis-Aktivitäten: Die Schlagzahl stimmt nicht, CRM-Einträge fehlen, Ausreden häufen sich.

 
 
 

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