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Onboarding im Vertrieb: Wie neue Verkäufer schneller produktiv werden

Onboarding im Vertrieb: Neue Verkäufer schnell einarbeiten

Der teuerste Fehler im Vertrieb

Du hast monatelang gesucht, unzählige Interviews geführt und endlich den perfekten Kandidaten für dein Verkaufsteam gefunden. Er fängt an, bekommt einen Laptop, ein Firmenauto, eine Liste mit Kunden und den gut gemeinten Rat: «Mach mal, du bist ja ein Profi.» Sechs Monate später stellst du fest: Die Zahlen stimmen nicht, der neue Mitarbeiter ist frustriert und kündigt.


Die Kosten für diese Fehlbesetzung? Leicht ein halbes Jahresgehalt.


Der Fehler lag nicht beim Recruiting. Der Fehler lag beim Onboarding. Die Annahme, dass ein erfahrener Verkäufer keine Einarbeitung braucht, ist der teuerste Irrtum im Vertrieb.


Warum Sales Onboarding anders ist

Ein Verkäufer muss nicht nur die internen Prozesse lernen. Er muss die Sprache eurer Kunden lernen. Er muss verstehen, welche Probleme euer Produkt wirklich löst, wie die Mitbewerber ticken und wie eure spezifische Verkaufsphilosophie aussieht.


Ein Verkäufer, der das nicht verinnerlicht hat, verbrennt in den ersten Monaten wertvolle Leads und beschädigt im schlimmsten Fall den Ruf des Unternehmens.


Die 4 Phasen eines perfekten Sales Onboardings

Ein professionelles Onboarding dauert nicht zwei Wochen, sondern mindestens drei bis sechs Monate. Es folgt einem klaren Plan.


Phase 1: Produkt und Markt (Woche 1-2)

In den ersten zwei Wochen geht es nicht um Verkaufstechniken. Es geht um das Fundament. Der neue Mitarbeiter muss das Produkt verstehen, aber nicht aus technischer Sicht, sondern aus Kundensicht. Welchen Schmerz lösen wir? Wer ist unsere genaue Zielgruppe? Wie positionieren wir uns gegen den Wettbewerb? Lass ihn in dieser Phase bei erfahrenen Kollegen im Innendienst oder in der Produktion mitlaufen.


Phase 2: Der Verkaufsprozess (Woche 3-4)

Jetzt geht es an die Methodik. Wie sieht euer Verkaufsprozess aus? Wie wird das CRM gepflegt? Wie sieht eine perfekte Bedarfsanalyse bei euch aus? In dieser Phase lernt der neue Mitarbeiter eure Standards kennen. Er übt in Rollenspielen die Einwandbehandlung und den Pitch, bevor er auf echte Kunden losgelassen wird.


Phase 3: Shadowing und erste Schritte (Monat 2)

Der neue Verkäufer begleitet erfahrene Kollegen zu Kundenterminen (Shadowing). Er beobachtet, macht Notizen und bespricht die Termine danach nach. Gegen Ende dieser Phase übernimmt er erste eigene Termine, bei denen der erfahrene Kollege oder der Verkaufsleiter als stiller Beobachter (Reverse Shadowing) dabei ist und anschliessend Feedback gibt.


Phase 4: Flughöhe erreichen (Monat 3-6)

Der Verkäufer arbeitet nun selbstständig, aber die Begleitung hört nicht auf. Wöchentliche Pipeline-Reviews und regelmässiges Coaching on the Job stellen sicher, dass er auf Kurs bleibt und sich keine schlechten Gewohnheiten einschleichen.


Das Playbook als Fundament

Ein gutes Onboarding braucht ein Playbook. Das ist ein Dokument (oder ein digitales Wiki), in dem euer gesamtes Verkaufswissen dokumentiert ist. Dort stehen die besten Argumente, die häufigsten Einwände, Vorlagen für E-Mails und Leitfäden für das Erstgespräch. Wenn du kein Playbook hast, ist das Onboarding reine Glückssache und hängt davon ab, wer den neuen Mitarbeiter gerade betreut.


Fazit

Ein strukturiertes Onboarding ist keine lästige Pflichtaufgabe für die HR-Abteilung. Es ist die wichtigste Führungsaufgabe des Verkaufsleiters. Wer hier Zeit und Energie investiert, reduziert die Fluktuation massiv und sorgt dafür, dass neue Verkäufer Monate früher ihre Quoten erreichen. Wenn du Hilfe brauchst, ein solches System für dein Team aufzubauen, unterstützen wir dich gerne dabei.


Wie wir euch hier unterstützen können zeigen wir gerne in einem persönlichen Gespräch: b.jenny@trepos.ch oder direkt unter 079 525 82 15



FAQ


Wie lange dauert es, bis ein neuer Verkäufer seinen eigenen Lohn einspielt?

Das hängt stark vom Verkaufszyklus (Sales Cycle) ab. Im B2B-Bereich mit komplexen Produkten dauert es oft sechs bis neun Monate, bis ein neuer Verkäufer profitabel ist. Ein gutes Onboarding kann diese Zeit um zwanzig bis dreissig Prozent verkürzen.


Soll ich neue Verkäufer sofort auf Kaltakquise ansetzen?

Nein. Kaltakquise ist die Königsdisziplin. Wenn ein neuer Mitarbeiter das Produkt und den Markt noch nicht tiefgreifend verstanden hat, wird er am Telefon scheitern und schnell demotiviert sein. Lass ihn zuerst bestehende Kunden betreuen oder Inbound-Leads bearbeiten.


Wer ist für das Onboarding verantwortlich?

Die Hauptverantwortung liegt immer beim direkten Vorgesetzten, also dem Verkaufsleiter. HR kann den administrativen Teil übernehmen, aber die fachliche und methodische Einarbeitung ist Führungsaufgabe. Erfahrene Kollegen können als Mentoren (Buddys) unterstützen.


Wie messe ich den Erfolg des Onboardings?

Definiere klare Meilensteine. Zum Beispiel: Nach Woche zwei muss der Mitarbeiter den Pitch fehlerfrei präsentieren können. Nach Monat eins muss er das CRM selbstständig bedienen. Nach Monat drei muss er eine bestimmte Anzahl an Erstgesprächen geführt haben. Miss am Anfang Aktivitäten, nicht nur Umsatz.


Was mache ich, wenn ich merke, dass der neue Mitarbeiter trotz gutem Onboarding nicht performt?

Wenn das Onboarding strukturiert war und der Mitarbeiter nach drei bis vier Monaten die vereinbarten Aktivitätsziele (nicht zwingend die Umsatzziele) deutlich verfehlt, musst du das Gespräch suchen. Wenn es an der Einstellung oder der grundsätzlichen Eignung mangelt, ist eine Trennung während der Probezeit für beide Seiten das Beste.

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