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Führungskräfteentwicklung im KMU: Vom Fachspezialisten zum Leader

Führungskräfteentwicklung KMU Schweiz: Fachkraft zum Leader

Die Beförderungsfalle

Es ist die klassische Schweizer KMU-Karriere: Thomas ist der beste Verkäufer im Team. Er übertrifft seine Quoten, kennt die Produkte in- und auswendig und die Kunden lieben ihn.


Als der Posten des Verkaufsleiters frei wird, ist die Entscheidung für die Geschäftsleitung klar: Thomas bekommt den Job. Das ist die logische Belohnung für seine harte Arbeit.


Sechs Monate später ist die Situation katastrophal. Thomas ist gestresst und arbeitet sechzig Stunden pro Woche, weil er die wichtigsten Kunden immer noch selbst betreut.


Das Team ist frustriert, weil Thomas keine Zeit für Führung hat und bei Fehlern ungeduldig reagiert. Die Umsätze sinken. Das Unternehmen hat seinen besten Verkäufer verloren und einen schlechten Verkaufsleiter gewonnen.


Warum Fachkompetenz nicht reicht

Der Fehler liegt in der Annahme, dass fachliche Exzellenz automatisch zur Führungsbefähigung führt. Das ist ein Irrtum. Die Fähigkeiten, die Thomas zu einem Top-Verkäufer gemacht haben (Ehrgeiz, Eigenantrieb, Fokus auf den eigenen Abschluss), sind oft genau die Eigenschaften, die ihm als Führungskraft im Weg stehen.


Führung ist ein völlig neuer Beruf. Es geht nicht mehr darum, selbst die Tore zu schiessen. Es geht darum, andere in die Position zu bringen, Tore zu schiessen.


Das erfordert ein komplett neues Set an Fähigkeiten: Empathie, Konfliktfähigkeit, Delegationsvermögen und die Fähigkeit, schwierige Gespräche zu führen.


Wie systematische Führungskräfteentwicklung funktioniert

Wenn du deine besten Fachkräfte zu Führungskräften machen willst, darfst du sie nicht einfach ins kalte Wasser werfen. Du brauchst einen systematischen Entwicklungsprozess.


1. Die Potenzialerkennung

Nicht jeder Top-Performer will oder kann führen. Führe offene Gespräche über die Karriereziele. Zeige auch alternative Karrierewege auf, zum Beispiel die Entwicklung zum Fachexperten oder Key Account Manager, bei denen man mehr Verantwortung und Gehalt bekommt, ohne Personalverantwortung übernehmen zu müssen.


2. Die Vorbereitungsphase

Beginne mit der Entwicklung, bevor die eigentliche Beförderung ansteht. Gib dem Kandidaten erste Führungsaufgaben ohne disziplinarische Verantwortung. Lass ihn zum Beispiel die Einarbeitung eines neuen Mitarbeiters übernehmen oder die Leitung eines abteilungsübergreifenden Projekts. So könnt ihr beide testen, ob ihm die Führungsrolle liegt.


3. Das Handwerkszeug lernen

Wenn die Entscheidung gefallen ist, braucht die neue Führungskraft das methodische Rüstzeug. Wie führt man ein Kritikgespräch? Wie funktioniert situative Führung? Wie delegiere ich richtig, ohne die Kontrolle zu verlieren? Ein praxisnahes Führungstraining ist hier unerlässlich.


4. Begleitung in der Praxis

Das erste Jahr in der neuen Rolle ist das schwerste. Die neue Führungskraft muss lernen, loszulassen und den Rollenwechsel vom Kollegen zum Chef zu vollziehen. In dieser Phase ist ein regelmässiges Coaching (intern durch einen erfahrenen Mentor oder durch einen externen Coach) extrem wertvoll, um Unsicherheiten aufzufangen und das eigene Führungsverhalten zu reflektieren.


Die Rolle der Geschäftsleitung

Als Geschäftsführer oder HR-Verantwortlicher musst du den Rahmen für diese Entwicklung schaffen. Du musst Zeit und Budget für die Weiterbildung zur Verfügung stellen. Und du musst akzeptieren, dass die neue Führungskraft in der Übergangsphase Fehler machen wird.


Wenn du bei jedem Fehler sofort eingreifst und das Problem selbst löst (Mikromanagement), untergräbst du die Autorität der neuen Führungskraft und verhinderst ihre Entwicklung.


Fazit

Die Entwicklung von internen Talenten zu Führungskräften ist eine der besten Investitionen, die ein KMU tätigen kann. Interne Kandidaten kennen die Kultur, die Prozesse und die Kunden. Wenn du den Übergang vom Fachspezialisten zum Leader durch gezielte Führungskräfteentwicklung professionell begleitest, sicherst du die Zukunft deines Unternehmens.


Lass uns sprechen wie wir dich unterstützen können: b.jenny@trepos.ch oder 079 525 82 15



FAQ


Sollten wir Führungskräfte besser intern entwickeln oder extern rekrutieren?

Beides hat Vor- und Nachteile. Interne Kandidaten kennen das Unternehmen und haben oft eine hohe Akzeptanz, müssen aber den schwierigen Rollenwechsel vom Kollegen zum Chef meistern. Externe Kandidaten bringen frischen Wind und neue Perspektiven, brauchen aber Zeit, um die Kultur zu verstehen. Eine gesunde Mischung aus beidem ist für die meisten KMU ideal.


Wie gehe ich damit um, wenn ein Mitarbeiter die Beförderung ablehnt?

Akzeptiere es und wertschätze seine Ehrlichkeit. Es zeugt von grosser Selbstreflexion, wenn jemand erkennt, dass Führung nicht sein Weg ist. Sorge dafür, dass er sich als Fachexperte weiterentwickeln kann und nicht das Gefühl hat, in einer Sackgasse zu stecken.


Was ist der schwierigste Schritt für eine neue Führungskraft?

Das Loslassen. Neue Führungskräfte neigen dazu, Aufgaben selbst zu erledigen, weil sie glauben, es schneller und besser zu können. Sie müssen lernen, dass ihre Hauptaufgabe nun darin besteht, ihr Team zu befähigen, diese Aufgaben selbstständig zu lösen.


Wie schnell sollte eine neue Führungskraft Ergebnisse liefern?

Gib ihr Zeit. In den ersten drei bis sechs Monaten geht es vor allem darum, Vertrauen im Team aufzubauen, die neue Rolle zu finden und die Prozesse zu analysieren. Erwarte in dieser Phase keine Wunder. Die echten, nachhaltigen Ergebnisse zeigen sich meist erst nach neun bis zwölf Monaten.


Welche Rolle spielt das HR bei der Führungskräfteentwicklung?

Das HR ist der Prozessbegleiter und Sparringspartner. Es stellt die Instrumente zur Potenzialerkennung zur Verfügung, organisiert die passenden Trainings und Coachings und unterstützt die Geschäftsleitung bei der Nachfolgeplanung. Das HR sorgt dafür, dass Führungskräfteentwicklung nicht dem Zufall überlassen wird.

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